Globale Themen

Nur eine scheinbare Gewöhnung

USD

EUR USD (1,1970) 

Dass sich der Euro gestern kaum bewegt hat, dürfte die meisten Marktteilnehmer nicht überrascht haben. Steht doch die für viele wichtigste Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) in diesem Jahr bevor, deren Ergebnis für Mittwoch erwartet wird. Höchstwahrscheinlich wird die Fed dann ankündigen, sie werde ihr 4,2 Billionen Dollar schweres Portfolio, bestehend aus Hypotheken- und Staatsanleihen, zurückfahren. Und da dieses Vorhaben bereits lange im Voraus angekündigt wurde, geht man vielerorts davon aus, dass sich die Marktteilnehmer kaum durch dieses per se eigentlich bedeutende Ereignis überraschen lassen dürften. Zumal die Fed gar nicht einmal aktiv ihre Bilanz schrumpfen lassen, sondern sich lediglich passiv verhalten wird, indem sie fällig werdende Anleihen nicht mehr durch neue ersetzen will. Trotz der Gelassenheit vieler Akteure, angeblich begünstigt durch Gewöhnungsprozesse, könnte bei dem Vorhaben, eine derart hohe Bilanzsumme zurückzufahren, dennoch eine Menge schiefgehen. Mit anderen Worten: Die Marktteilnehmer haben sich zwar bereits im Vorhinein an die mögliche Ankündigung der Fed gewöhnt – die etwaigen Auswirkungen der Maßnahmen auf die Märkte sind indes heute noch nicht abzusehen und werden daher von den Händlern ausgeblendet. So konzentrieren sich viele Akteure stärker auf die Zinsprognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses – mancherorts erwartet man eine leichte Zurücknahme der so genannten „Dot Plots“ für das Jahr 2018. Obwohl die Entwicklung der Konsumentenpreise in der vergangenen Woche in den USA nach oben zeigte, ist jedoch kaum anzunehmen, dass sich dieses einzelne Datum in den längerfristigen Prognosen niederschlagen wird. 
Damit bleibt der Euro in seiner stabilen Situation und sollte nunmehr ein neues Jahreshoch anvisieren (1,2105). Dabei dürfen etwaige Rücksetzer zum Erhalt des Aufwärtstrends 1,1775 nicht unterschreiten.

GBP

EUR GBP (0,8850) 

Das britische Pfund gehört zu den Valuten, die gestern etwas mehr Bewegung gezeigt haben. Grund für die neuerliche Sterling-Schwäche war eine Rede des Chefs der Bank von England vor dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Mark Carney ließ durchblicken, dass etwaige Zinsschritte in begrenztem Ausmaß und lediglich schrittweise vorgenommen werden sollen. Diese Ansicht mag diejenigen Marktteilnehmer bestätigen, die im Falle einer Zinserhöhung lediglich eine Korrektur der außerordentlichen Zinssenkung vom vergangenen Jahr infolge des Brexit-Votums gesehen haben. Zumal vielen Beobachtern bewusst ist, dass die jüngst steigende Inflation vor allem durch den schwachen Außenwert des Pfundes begünstigt wurde. Unterdessen hat sich die Position des Euro wieder leicht verbessert, ist aber noch davon entfernt – dafür müsste 0,8940 überwunden werden –, seinen derzeit korrigierten Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Dessen letzte Bastion liegt immer noch bei 0,8750.

CHF

EUR CHF (1,1505)

Kaum Impulse gab es gestern beim Schweizer Franken, weshalb der Euro in einer Bandbreite von gerade einmal 50 Stellen rangierte. Dies, obgleich der Weg in Richtung 1,1535 bzw. 1,1565 frei sein sollte. Dies gilt allerdings nur, solange 1,1390 nicht unterschritten wird.

PLN

EUR PLN (4,2880) 

Der Euro hat etwas zögerlich die Marke von 4,2880 genommen, so dass nun Kursgewinne bis 4,3320 angezeigt sind. Die beste Unterstützung liegt leicht erhöht bei nunmehr 4,2570.

HUF

EUR HUF (309,80) 

Die seit Tagen vorherrschende Schwächeneigung des Forint ist auf die heutige Sitzung der Notenbank zurückzuführen. Zwar erwartet eine in der vergangenen Woche von Reuters befragte Gruppe von Ökonomen bei dieser Zusammenkunft durchweg keine Leitzinssenkung. Aber einige von ihnen können sich durchaus geldpolitische Lockerungsmaßnahmen oder eine Verringerung der Overnight Deposit Rate (derzeit bei -0,05) vorstellen. Deswegen dürfte der Euro seinen zuletzt leicht beschleunigten Mini-Aufwärtstrend fortsetzen, der derzeit von 308,00 bis 311,20 reicht.

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