Globale Themen

Für den schlechtesten Fall gewappnet

USD

EUR USD (1,1830)

Gestern war es nicht etwa ein wiedererstarkter Euro, der den Wechselkurs nach oben trieb. Vielmehr handelte es sich primär um eine Dollar-Schwäche. Gut möglich, dass vor dem Thanksgiving-Feiertag und dem für viele US-Akteure damit verbundenen langen Wochenende Positionen vorsorglich glattgestellt wurden. Zum schwächlichen Dollar-Sentiment trugen auch die schlechter als erwartet ausgefallene Entwicklung der langlebigen Wirtschaftsgüter sowie die Abwärts-Revisionen von Verbraucherstimmung und Inflationserwartungen der Universität von Michigan bei. Dass man sich hinsichtlich der US-Inflationsentwicklung auch innerhalb des Offenmarktausschusses der US-Notenbank nicht einig ist, vermittelte dessen gestern veröffentlichtes Protokoll von der am 1. November beendeten jüngsten Sitzung dieses Gremiums. Dabei scheint sich die Annahme, dass die zuletzt vergleichsweise schwachen Inflationsdaten möglicherweise doch nicht nur ein temporäres Phänomen darstellen, immer stärker durchzusetzen. Dennoch gibt es wenig Zweifel darüber, dass die Fed im Dezember die Leitzinsen noch einmal erhöhen wird. Was jedoch das Jahr 2018 in Sachen weiterer Zinsschritte angeht, dürften Fragezeichen angebracht sein.

Am Ende des Tages hatte sich der Dollar gegenüber dem Euro derart abgeschwächt, dass dieser vorzeitig mit einem durchaus überzeugenden Aufwärtsimpuls reagierte, der einige Akteure überrascht haben mag. Ohnehin bleibt die Gemeinschaftswährung in einem stabilen Umfeld, solange 1,1705 nicht unterschritten wird. Unterdessen ist die Oberseite (1,1885) durchlässiger geworden, so dass der Euro das Zeug hat, bis auf 1,1945, –
darüber auch auf ein neues Jahreshoch – vorzudringen.

GBP

EUR GBP (0,8880)

Das für den britischen Staatshaushalt verantwortliche Office for Budget Responsibility (OBR) hat seine Wachstumsprognosen für das Jahr 2017 deutlich von  2,0 Prozent im März dieses Jahres auf nunmehr 1,5 Prozent gesenkt. Auch für die kommenden Jahre wurden die bisherigen Vorhersagen nach unten korrigiert. Gleichzeitig rechnet Schatzkanzler Philipp Hammond mit niedrigeren Steuereinnahmen, wie er in seiner Rede vor dem Unterhaus ankündigte. Dennoch, so Hammond, sei Großbritannien für den Brexit gewappnet, was sich etwa am deutlich erhöhten Budget (zusätzliche 3 Milliarden Pfund für die kommenden beiden Jahre) für dessen Vorbereitung zeigt. Auch soll mehr in den Wohnungsbau investiert werden, verbunden mit einer weitgehenden Abschaffung der Grunderwerbsteuer für private Ersterwerber von Einfamilienhäusern. Dass Großbritanniens Staatsverschuldung mit 86 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einen neuen Höhepunkt erreichen wird, schien die Händler am Ende nicht zu überraschen. Auch die Wachstumsprognosen, so war mancherorts zu vernehmen, seien angesichts der unüberschaubaren Brexit-Folgen eher als Worst-Case-Szenario zu verstehen. Mit anderen Worten: Bei solch negativen Referenzpunkten kann es nur positive Überraschungen geben. Am Ende zeigte sich der Euro jedoch wenig verändert und bleibt gegenüber dem Pfund etwa in der Mitte seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8725 und 0,9020.

CHF

EUR CHF (1,1600)

Ohne erkennbaren Auslöser hat sich der Euro gestern peu à peu abgeschwächt und dadurch so viel an Momentum verloren, dass man nicht mehr von einem Mini-Aufwärtstrend sprechen kann. Immerhin besteht weiterhin die Chance, diesen noch einmal aufleben zu lassen, sofern unser Nachfrageniveau bei 1,1580 gehalten werden kann. Vieles spricht jedoch dafür, dass in der nächsten Zeit eine Handelsspanne zwischen 1,1550 und 1,1730 etabliert wird.

PLN

EUR PLN (4,2140)

Der Zloty bleibt wegen jüngst aufgekommenen Zinsphantasien nicht nur gegenüber dem Euro derzeit gesucht, so dass dieser unter Druck geriet und seinen Auslöser für Abwärtsbewegungen gestern unterschritt. Diese können sich nun in Richtung 4,1700 fortsetzen. Auf der anderen Seite bedarf es für eine kurzfristige Stabilisierung eines Überschreitens von 4,2360.

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