Globale Themen

Fed-Bilanzumbau hat Priorität

EUR USD (1,1160)

Unter den gestern veröffentlichten Wirtschaftsdaten (etwa in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosengeld) befand sich wenig Kurstreibendes. Das einzige, was Händler momentan zu interessieren scheint, sind Daten, die Aufschluss über die Inflationsentwicklung und damit über den Kurs der Notenbanken geben könnten. Glücklicherweise gab es diesbezüglich auch gestern Kommentare von US-Notenbankern: Der eingeschlagene Zinspfad sei ihm zu aggressiv, äußerte etwa der Präsident des Fed-Ablegers in St. Louis. Allerdings machte sich der derzeit nicht stimmberechtigte James Bullard, genauso wie andere Kollegen des Offenmarktausschusses vor ihm, für einen baldigen Abbau der auf 4,5 Billionen Dollar aufgeblähten Bilanz der US-Notenbank stark. Offenbar hat der Bilanzumbau vor einer weiteren Leitzinserhöhung Priorität. Und so wundert es nicht, dass nach Berechnungen des CME-Modells (FedWatch Tool) die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September nur bei 16 und für Dezember bei 48 Prozent liegt. Unterdessen dürften sich vor allem die Börsianer an der Wall Street darüber freuen, dass Bankenregulierer in den USA einzelne Empfehlungen in einem Entwurf der Trump-Administration zur Lockerung des während der Finanzkrise eingeführten Dodd-Frank Regelwerks gutgeheißen haben. Ins gleiche Horn stieß gestern auch Fed-Direktor Jerome H. Powell, der sich u. a. für eine Überprüfung und Vereinfachung der Regeln aussprach.

Letztlich erwarten wir für den Euro erst oberhalb von 1,1235 wegweisende Dynamik in Richtung 1,1410, während die unterstützende Schlüsselmarke bei 1,1090 liegt.

EUR GBP (0,8790)

Heute ist es genau ein Jahr her, dass die Briten über den Brexit entschieden haben – ein Votum, dass vor allem dem Außenwert von Pfund Sterling geschadet hat. Aus kurzfristiger Sicht hätte die Trendumfrage der CBI (Confederation of British Industry), bei der die ökonomischen Einschätzungen der Führungskräfte im produzierenden Gewerbe erhoben werden, für gute Stimmung sorgen können. Denn der Index fiel nicht nur erheblich besser als erwartet aus, sondern markierte mit einem Wert von 16 den höchsten Stand seit 1988. Naturgemäß setzt man gemäß dieser Umfrage angesichts der schwachen Verfassung der britischen Währung derzeit vor allen Dingen auf den Export – die dazugehörende Messzahl lag so hoch wie zuletzt vor 22 Jahren! Allein: Infolge des unklaren Ausgangs der Brexit-Verhandlungen hält man sich zurzeit leider mit Investitionen zurück. Trotz des derzeit trägen Handels sind am Ende weitere Kurssteigerungen des Euro auf 0,8870 und 0,8970 möglich und zwar unter der Bedingung, dass an der Unterseite 0,8700 nicht verletzt wird. 

EUR CHF (1,0835)

Gut möglich, dass sich die Zahlen zum Schweizer Außenhandel im Mai, die gestern veröffentlicht wurden und einen höher als erwartet ausgefallenen Überschuss offenbarten, positiv auf den Franken ausgewirkt haben. Damit hat sich der Euro abermals leicht abgeschwächt, bleibt aber innerhalb seiner Bandbreite, die von 1,0810/15 bis 1,0910 reicht. 

EUR PLN (4,2330)

Der Euro kommt trotz seines Potenzials in Richtung 4,2770 und 4,3100 nicht richtig in Schwung. Unterhalb von 4,2140 würde der Aufwärtsimpuls, der zu Wochenbeginn entstanden war, einen empfindlichen Rückschlag erleiden. 

EUR CZK (26,29)

Hoffnungen auf eine weitere Befestigung der Krone haben möglicherweise einen Dämpfer erhalten. Denn Vertreter der Zentralbank, darunter auch ihr Präsident Jiri Rusnok, machten deutlich, dass sich eine für das dritte Quartal erwartete Zinserhöhung – vor allem im Fall einer zu starken Krone – eventuell verzögern könnte. Solange sich der Euro unterhalb von 26,40 bewegt, bleibt jedoch dessen Abwärtstrend in Richtung 26,17 und 25,95 intakt.

Deliver the Daily Currency Market Analysis to my Inbox

Published five days a week, this newsletter provides day-to-day trends and activities affecting the market in easy-to-understand snapshots