Globale Themen

Trump spielt mit Freund und Feind 

USD

EUR USD (1,1690)

Schon seit geraumer Zeit werden ökonomische Daten von Akteuren an den Finanzmärkten bestenfalls kurzfristig wahrgenommen und verarbeitet. Geht es hingegen um (Wirtschafts-)Politik oder Protektionismus, sind die Marktteilnehmer sofort hellhörig. Am vergangenen Donnerstag ließen sich Händler tatsächlich kurzzeitig von Aussichten zur mittelfristigen Zinsentwicklung ablenken und diskutierten sogar, welchen Kurs die Notenbanken in den USA und der Eurozone künftig einschlagen könnten. Aber schon einen Tag später ging es einmal mehr um Politik. Eine Person stand hierbei wieder besonders im Vordergrund: US-Präsident Donald Trump. Im Rahmen seines England-Besuchs geriet er gleich mehrfach in die Schlagzeilen. Abgesehen von einem Fauxpas beim gemeinsamen Abmarsch der königlichen Leibgarde mit der Queen, der für reichlich Spott sorgte, stieß er Premierministerin Theresa May in einem Interview mit der „Sun“ ungalant vor den Kopf. Aber auch sein äußerst fragwürdiger „Brexit-Tipp“, May solle doch am besten „die EU verklagen“, zog weitestgehend Kopfschütteln nach sich.
Diverse Seitenhiebe, die Trump in Richtung EU, China oder Kanada austeilte, sorgten bereits vor dem Wochenende für eine gewisse Unruhe. Schwerer dürfte aber wiegen, dass der US-Präsident gestern die EU, Russland und China in einem Interview mit „CBS“ als „Gegner“ bezeichnete. Und das, obwohl heute ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin auf seiner Agenda steht. Man darf gespannt sein, welche „Empfehlungen“ sich Trump für ihn einfallen lassen wird. Vieles deutet jedenfalls darauf hin, dass Trump versucht, alle am Handelskonflikt beteiligten Parteien gegeneinander auszuspielen.
Den Akteuren bleibt vorerst nicht viel mehr, als das bunte Treiben zu beobachten. Kein Wunder, dass Händler dies am komfortabelsten aus der Mitte der vorherrschenden Konsolidierungszone (1,1505 - 1,1855) tun.

USD

USD CHF (1,0010)

Bis zur Mittagszeit sah am vergangenen Freitag für den US-Dollar alles noch sehr gut aus. Zumindest war der Greenback in der Lage, die höchsten Kurse seit Mai 2017 zu markieren. Mit dem Beginn der US-Sitzung und, damit verbunden, der Veröffentlichung einiger US-Fundamentaldaten (Verbraucherstimmung der Uni Michigan, Importpreisindex) kam die Dollar-Nachfrage jedoch zum Erliegen. Auch fanden sich vor dem Wochenende keine Käufer, die Short-Positionen auf niedrigerem Kursniveau schließen wollten, da diese Glattstellung wohl schon zuvor in die Stärke hinein stattgefunden und so für den entsprechenden Auftrieb gesorgt hatte. Das Ergebnis: Nachfrage blieb aus. Der Greenback gab alle Gewinne wieder ab und schloss an seinem Tagestief. Der kurzfristige Aufwärtstrend, der bis 1,0110 führen kann, ist jedoch noch nicht gefährdet. Die Unterstützung bei 0,9925 darf indes nicht mehr verletzt werden.

GBP

EUR GBP (0,8830)

Über die Art und Weise, wie die Vereinigten Staaten seit 2017 regiert werden, gibt es sehr geteilte Ansichten. Eines muss man US-Präsident Donald Trump aber zugestehen: Sein Timing stimmt. Gerade jetzt nach Großbritannien zu reisen, nachdem zwei prominente Regierungsmitglieder von ihren Ämtern zurückgetreten waren und damit für reichlich Aufruhr sorgten, spielt ihm gewiss in die Hände. Laut Aussagen von Premierministerin Theresa May haben sich das Vereinigte Königreich und die USA darauf geeinigt, ein gemeinsames Freihandelsabkommen anzustreben. Trump hat Mays geschwächte innenpolitische Position hierbei sicherlich für sich verwerten können. Zumindest machte May keine Anstalten, Trumps Verbalattacke aus dem „Sun“-Interview zu kommentieren. Solides Selbstbewusstsein sieht sicherlich anders aus. Sterling-Händler hielten sich im Großen und Ganzem zurück, so dass sich der Euro auch weiterhin innerhalb seines schwach ausgeprägten Aufwärtstrends zwischen 0,8780 und 0,8990 bewegt.

EUR

EUR CHF (1,1705)

Seit der Euro am vergangenen Donnerstag die Obergrenze seiner jüngsten Konsolidierungszone überwinden konnte, ziehen es Händler vermehrt vor, sich von Franken-Positionen zu trennen. Der erstarkte Risikoappetit, der merklich auf dem Schweizer Franken lastet, verhilft der Gemeinschaftswährung zum ersten Mal seit dem drastischen Kursverfall Mitte Mai dazu, Luft jenseits der 1,17er Marke zu schnuppern. Der in der vergangenen Woche etablierte Euro-Aufwärtstrend hat somit Rückenwind erhalten. Das erste Etappenziel liegt bei 1,1800. In diesem Zusammenhang ist jedoch wichtig, dass an der Unterseite die 1,1620er Unterstützung nicht mehr unterschritten wird.

PLN

EUR PLN (4,3100)

Die polnischen Verbraucherpreise sind im Juni gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 2 Prozent gestiegen. Damit lag die Inflationsrate des Statistikamts GUS leicht über den Erwartungen. Zloty-Händlern schien dies zu gefallen. Der ohnehin lädierte Euro fiel Freitag auf sein Wochentief und wird seine Verluste vermutlich noch bis 4,2820 und darunter bis 4,2600 ausweiten. Eine Stabilisierung erfordert nach wie vor ein Überwinden der 4,3570er Marke.

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