Globale Themen

EUR

Wichtigste Ereignisse des asiatischen Handelstages/Eröffnung des europäischen Handels 

  • Nachdem am Freitag der Gesetzentwurf zur Reform der Obamacare aufgegeben wurde, fiel der US-Dollar-Index heute Morgen auf ein 4-Monatstief, da das Vertrauen der Anleger in Donald Trump weiter gesunken ist. EUR/USD stieg in der Folge mit 1,0874 USD auf ein 4-Monatshoch.
  • Die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung in den USA verlieh Fluchtwährungen wie dem Yen und dem Schweizer Franken Auftrieb. EUR/JPY notiert wieder unterhalb der Marke von 120 JPY und EUR/CHF unterhalb von 1,07 CHF.
  • Das Britische Pfund konnte gegenüber dem Euro ein wenig zulegen, während sich Theresa May heute nach Schottland begibt, bevor am Mittwoch offiziell die Einleitung des EU-Austritts bekanntgegeben wird.

Wichtigste Konjunkturdaten des Tages 

Deutschland (09:00 Uhr) – ifo-Geschäftsklimaindex (März) – Konsensprognose 111,0 gegenüber 111,0 im Vormonat

Eurozone (09:00 Uhr) – Anstieg der Kreditvergabe an private Haushalte/Nichtfinanzinstitutionen J/J (Februar) – Konsensprognose 2,3% -- gegenüber 2,2%/2,3% im Vormonat

Vereinigtes Königreich (10:30 Uhr) – Protokoll der letzten Sitzung des Geldpolitischen Komitees (MPC) der Bank of England (BoE)

Schwerpunkte am Vortag

Reform der Obamacare aufgegeben; Wirtschaft der Eurozone kann zulegen (EMI); reibungslose Festlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der EU; nach Aussagen der Fed keine Beschleunigung der Zinsnormalisierung in Sicht (bisher); Hausse-Druck lässt beim Britischen Pfund nach

USA/Obamacare: Donald Trump hat entschieden, eine der während seiner Wahlkampagne angeführten Hauptmaßnahmen aufzugeben: Aufgrund mangelnder Unterstützung im Repräsentantenhaus entschied er, sich von der Reform der Obamacare zu verabschieden. Der von der Regierung in Washington vorgelegte Gesetzentwurf zur Aufhebung und Ersetzung des Gesetzes über den Zugang zur Krankenversicherung (PPACA) scheiterte einstimmig am Lager der Demokraten und auch an einigen Mitgliedern des rechten Flügels der Republikaner. Nachdem bereits sein Dekret zur Einreise-/Einwanderungspolitik außer Kraft gesetzt wurde, war dies die zweite schmerzhafte Niederlage für Präsident Trump. Diese wirkt wie eine Missbilligung und stellt sein Verhandlungsgeschick in Frage, das er in seiner Wahlkampagne immer wieder betont hatte. Unmittelbar im Anschluss an die Aufgabe der Reform erklärte der US-Präsident, er wolle dieses Kapitel rasch abschließen und sich jetzt darauf konzentrieren, die anderen während seiner Wahlkampagne angesprochenen zentralen Maßnahmen anzugehen, allem voran die Steuerreform.

Einkaufsmanagerindizes der Eurozone: Die ersten EMI der Eurozone, die am Freitag erschienen, ergaben eine erneute Beschleunigung des Wachstums in der Wirtschaftsregion, wobei der Zuwachs so hoch war wie zuletzt vor sechs Jahren. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Marktteilnehmer derzeit gegenüber den politischen Unsicherheitsfaktoren, die angesichts der bevorstehenden Wahlen bestehen, wohl recht immun sind und liefert denjenigen, die für eine schrittweise Drosselung der äußerst expansiven Geldpolitik sind, einige Argumente. Somit konnte EUR/USD zeitweise wieder über die Marke von 1,08 USD steigen (Höchstkurs: 1,0818 USD).

Jubiläum der Europäischen Union: Die gesamte europäische Führungsspitze versammelte sich am Wochenende in Rom, um das 60. Jubiläum der Unterzeichnung des Abkommens zu feiern, aus dem die Europäische Wirtschaftsunion (EWG) hervorging, eine der europäischen Gemeinschaften, aus der die heutige EU entstanden ist. Zwar hatte man durchaus mit Spannungen gerechnet, da das Verhältnis zwischen Brüssel und Griechenland bzw. Polen derzeit nicht das Beste ist, doch war davon nichts zu spüren. Der griechische und der polnische Premierminister haben die gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Dieses Einverständnis, auch wenn es möglicherweise nur Fassade war, wirkt wie ein Vorbote für ein stärkeres Zusammenrücken der Union und eine neue Ausrichtung auf eine gemeinsame Politik. Die am Wochenende unterzeichnete Erklärung endet mit der Aussage: „Europa ist unsere gemeinsame Zukunft“ ... Auf das den Worten Taten folgen!

Federal Reserve (Fed): William Dudley, der Präsident der Fed in New York, der über ein permanentes Stimmrecht im US-Offenmarktausschuss (FOMC) verfügt, hat sich für die Strategie der schrittweisen Anhebung der Leitzinsen starkgemacht und betont, die US-Zentralbank würde nicht das Risiko „extremer“ Maßnahmen eingehen. James Bullard, der Präsident der Fed in Saint Louis, (2017 ohne Stimmrecht im FOMC) gab sich vorsichtig und erklärte, es sei wohl nicht sinnvoll, den Leitzins zweimal in Folge anzuheben.

Vereinigtes Königreich: In einem Interview mit der Times erklärte Gertjan Vlieghe als Mitglied des BoE-Direktoriums, er gehe nicht davon aus, dass der Leitzins erhöht würde, selbst wenn die Inflationsrate über 3% steigen sollte, da es sich dabei wohl eher um ein vorübergehendes Phänomen handeln dürfte. Das Pfund Sterling gab gegenüber dem Euro um 0,5% nach und der Schlusskurs lag für EUR/GBP am Ende der Woche unterhalb von 0,8650 GBP.

Themen Heute

Einleitung des Brexit am Mittwoch; Inflationsrückgang in der Eurozone erwartet; Glaubwürdigkeit Trumps auf dem Prüfstand?

Vereinigtes Königreich: Nach Monaten des Warten und zahlreichen Artikeln zum Thema, wird nun Theresa May den Brexit am Mittwoch mit einem Schreiben an die europäische Führungsriege offiziell einleiten. Am nächsten Tag wird sie dann Einzelheiten über die Art und Weise bekanntgeben, wie sie gewährleisten wird, dass europäische in britische Gesetze umgewandelt werden. Bevor dies jedoch geschieht reist die britische Premierministerin noch nach Schottland, um zu versuchen, die jüngsten Spannungen abzumildern, die entstanden sind, weil sie Schottland nicht zugestanden hat, vor 2019 ein weiteres Referendum über dessen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich abzuhalten. Im Laufe der Woche könnte beim Pfund erneut auf Kursverluste spekuliert werden, da noch ungewiss ist, welchen Einfluss die bevorstehende Trennung von der EU auf die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bedingungen haben wird.

Eurozone: In dieser Woche werden die ersten Schätzungen des Inflationswachstums (März) in der Region erscheinen. Wie immer eröffnet Deutschland den Reigen und liefert am Donnerstagnachmittag seine Statistiken, bevor am Freitag am späten Vormittag die Gesamtwerte für die Eurozone erscheinen. Die Wirtschaftsexperten gehen auf die letzten 12 Monate gerechnet von einem deutlichen Rückgang des Wachstums der Verbraucherpreise aus, da der Ölpreis in diesem Zeitraum deutlich gesunken ist (Brent-Index verzeichnete im März -9% ). Ein derartiges Ergebnis könnte den in den letzten Monaten beobachteten zunehmenden Optimismus in der Eurozone etwas bremsen und vor allem Argumente dafür liefern, den expansiven geldpolitischen Kurs der EZB doch noch zu verlängern, obwohl diese dem Anschein nach eher zu einem schrittweisen Ausstieg tendiert.

USA: Wie werden die Marktteilnehmer wohl auf die Schmach reagieren, die Donald Trump im Zusammenhang mit seiner Reform der Obamacare erlitten hat? Auch wenn dieses Scheitern einem (berechtigten) Gefühl des Zweifels an der Fähigkeit des US-Präsidenten Vorschub leisten könnte, die während seiner Wahlkampagne gemachten Versprechen auch einlösen zu können, wäre es auch möglich, dass das positiv aufgenommen wird, da sich das Weiße Haus jetzt auf die Steuerreform konzentrieren will. Am Anfang dieser Woche ist es schwierig vorauszusehen, welchen Kurs der US-Dollar letztlich einschlagen wird, da er sich in unruhigem Fahrwasser befindet und möglicherweise seine Impulse von Erklärungen seitens der US-Regierung und aufgrund der allgemeinen Stimmung der Anleger erhalten wird. Was die Fundamentaldaten angeht, werden die Marktteilnehmer mit Interesse die Veröffentlichung der endgültigen BIP-Zahlen des 4. Quartals 2016 am Donnerstag und den aktuellen PCE-Preisindex (bevorzugtes Inflationsbarometer der Fed) am Freitag verfolgen.

In Kürze: Japan – Aktueller Inflationsindex am Freitag. Der japanische Zentralbankchef hatte am Freitag erklärt, er sehe keinen Grund dafür, das aktuelle Programm zum Aufkauf von Vermögenswerten einzustellen, solange die Inflation noch weit vom erklärten Zielwert von 2% entfernt sei. Frankreich – Die Wahlkampagne wird fortgesetzt. François Fillon verliert aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen gegenüber seinen Hauptrivalen Emmanuel Macron und Marine Le Pen an Boden. Infolge der TV-Debatte vom vergangenen Montag überholte Jean-Luc Mélenchon laut den aktuellen Umfragewerten Benoît Hamon und liegt nun im Rennen um die Präsidentschaft auf Platz 4. Vor der Debatte am 4. April stehen keine Ereignisse von größerer Bedeutung an.

CHF:

Die Schwierigkeiten, mit denen sich Donald Trump derzeit konfrontiert sieht, ließen Zweifel daran aufkommen, ob die allgemeine Hoffnung der Marktakteure auf eine Beschleunigung des weltweiten Wachstums angesichts der gegenwärtigen Politik des neuen US-Präsidenten überhaupt begründet ist. Dennoch konnte EUR/USD heute Morgen deutlich zulegen und EUR/CHF zeigt sich weiter recht defensiv im Bereich unterhalb von 1,07 CHF. Da man davon ausgeht, dass der Anstieg der in dieser Woche erscheinenden Inflationsrate rückläufig sein dürfte, könnte das die EZB darin bestärken, vorsichtig zu bleiben, und Kursgewinne von EUR/CHF einschränken. Die Hausse-Tendenzen dürften eher gering ausfallen, solange es noch politische Unsicherheitsfaktoren in der Eurozone gibt.

EUR:

EUR/USD erreichte heute Morgen sein bisheriges Jahreshoch. Der Kurs überstieg die Marke von 1,0850 USD (Höchstkurs 1,0874 USD vor Eröffnung des europäischen Handelstags), da das Vertrauen der Anleger in Donald Trump nach der am Freitag erfolgten Aufgabe der Aussetzung und Änderung der Obamacare gelitten hat. Dieser Hausse-Trend könnte sich noch einen Teil des Tages halten, da heute Morgen der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex erscheint, dessen wichtigster Indikator nach wie vor auf dem seit Juli 2011 höchsten Niveau stehen dürfte, und zudem der Index zum Anstieg der Kreditvergabe an Privathaushalte und Unternehmen in der Eurozone erscheint.

USD:

Der US-Dollar-Index (DXY) ist heute Morgen auf den niedrigsten Stand seit der Fed- Sitzung vom 14. Dezember 2016 gefallen, da die Anleger die Fähigkeiten Donald Trumps infrage stellen, die während seiner Wahlkampagne versprochenen Wirtschaftsreformen umzusetzen. Die Euphorie, die sich nach seiner Wahl eingestellt hat, scheint abzuebben und der US-Dollar büßt mit jedem Rückschlag des neuen US-Präsidenten und seiner Regierungsmannschaft schrittweise die seither erzielten Gewinne ein. Wird dieses Misstrauen jetzt, wo sich das Weiße Haus den mit großen Erwartungen behafteten Steuerreformen widmen möchte, weiter anhalten? Auch wenn es sein könnte, dass der derzeitige Pessimismus durch weitere Ankündigungen abgemildert wird, dürften sich die Marktteilnehmer weiterhin vorsichtig verhalten und sich nicht von Versprechen und Ankündigungen alleine verführen lassen.

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