Globale Themen

USD

EUR USD (1,1480)            

Wenn heute Janet Yellen vor dem US-Kongress im Rahmen des halbjährlichen Humphrey Hawkins Testimony darlegen wird, wie es um die ökonomische und geldpolitische Situation in den USA steht, erwarten Beobachter sicherlich neue Hinweise über geldpolitische Maßnahmen. Aber so viel Überraschendes wird die Fed-Präsidentin wahrscheinlich gar nicht im Gepäck haben. Überdies meldeten sich gestern mit Patrick Harker und Lael Brainard zwei stimmberechtigte Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Wort: Beide äußerten sich tendenziell eher taubenhaft. Da hat die Europäische Zentralbank derzeit Spannenderes zu bieten. Denn es gibt nicht wenige Kommentatoren, die den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi von vor knapp zwei Wochen wesentlich mehr Gewicht zuweisen als denen der Fed-Präsidentin. Zumal die Finanzmärkte derzeit der US-Notenbank lediglich noch eine oder zwei Zinserhöhungen im kommenden Jahr zutrauen. Da hat die EZB noch mehr zu tun, will sie ihre ultralockere Geldpolitik wieder normalisieren. Dafür spricht auch die gestrige Entwicklung des Euro, der sich nicht nur gegenüber dem US-Dollar deutlich befestigen konnte. Interessant in diesem Zusammenhang: Den letzten Schub bekam die Gemeinschaftswährung angeblich wegen der neuesten E-Mail-Enthüllungen von Donald Trumps ältestem Sohn. Während der US-Aktienmarkt auf diese Nachricht zwar deutlich reagierte, aber sich alsbald wieder erholte, konnte der Dollar gegenüber dem Euro indes nicht profitieren, was als weiteres Indiz für die derzeit starke Verfassung der Gemeinschaftswährung gewertet werden kann.

Daher zieht der Euro unbeirrt in Richtung unseres nächsten Etappenziels bei 1,1510 (und darüber jetzt bis 1,1620). Das kurzfristige Schlüsselniveau für den derzeitigen Aufwärtstrend heben wir nun auf 1,1220 an.

GBP

EUR GBP (0,8935)            

Nichts zu sagen kann auch ein Statement sein. Diesen Eindruck musste man zumindest gewinnen, als der stellvertretende Chef der Bank von England, Ben Broadbent, in einer Rede gestern das Thema Leitzinsen anscheinend nicht direkt ansprechen wollte. Und da die Akteure offensichtlich ein falkenhaftes Bekenntnis erwarteten, schien ihnen fast nichts anderes übrig zu bleiben, als Pfund Sterling einen weiteren Hieb zu versetzen. Da sich der Euro gleichzeitig in glänzender Verfassung präsentierte, konnte er gegenüber GBP deutlich zulegen (neues 8-Monatshoch) und erreichte in der Spitze heute früh 0,8935. Weil damit gleichzeitig ein guter Zwischenwiderstand überwunden wurde, ist die Bahn für weitere Kursgewinne bis auf 0,8970 oder gar 0,9040 (neu) frei. An diesem positiven Ausblick halten wir fest, solange nunmehr an der Unterseite 0,8765 unverletzt bleibt.

CHF

EUR CHF (1,1050)            

Auch gegenüber dem Schweizer Franken konnte der Euro größere Dynamik entwickeln und hat bislang nur einen der vergangenen 13 Handelstage mit einem Minus beendet. Die Schwäche des Franken scheint für manche Akteure überraschend zu kommen, lässt sich jedoch vor allen Dingen gegenüber dem Euro etwa mit den gestiegenen Renditen für Bundesanleihen rechtfertigen. Außerdem scheint die Schweizerische Nationalbank (SNB) von einer Normalisierung ihrer Geldpolitik weit entfernt. Auch dürfte es für einen Abbau der interventionsbedingt zu hohen Währungsreserven – und damit verbundenen EUR/CHF Verkäufen – noch zu früh sein. Wir rechnen weiterhin mit Kursgewinnen auf 1,1085 (gleichzeitig ein guter Widerstand), können uns jenseits davon aber auch noch einen Test von 1,1160 vorstellen. Die kritische Marke für den Aufwärtstrend liegt nun bei 1,0930.

PLN

EUR PLN (4,2375)            

Gegenüber dem Zloty konnte der Euro gestern interessanterweise nicht glänzen und blieb per Saldo unbewegt. Trotzdem erwarten wir kurzfristig immer noch einen leichten Kursanstieg in Richtung 4,2540, und auch ein Test von 4,2790 erscheint möglich. Allerdings nur unter der Prämisse, dass unser wichtiges Nachfrageniveau bei 4,2070 nicht unterschritten wird.

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