Globale Themen

Vom TV-Moderator zum US-Chefökonom

USD

EUR USD (1,2315)

Der Verschleiß an Beratern und Regierungsmitgliedern, den US-Präsident Donald Trump in seiner noch relativ kurzen Amtszeit bislang hatte, ist beispiellos. Dies hat dazu geführt, dass bereits ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt hat und Finanzmarktteilnehmer diese Wechselspielchen mittlerweile nicht mehr ganz so eifrig verfolgen, wie noch zu Beginn seiner Präsidentschaft. Im jüngsten Fall konnte man allerdings feststellten, dass der Finanzmarkt Trumps Personalpolitiktheater – insbesondere die Querelen um den Abgang seines Wirtschaftsberaters Gary Cohn – sehr genau beobachtete. Die Nachfolge für das Amt des wichtigsten ökonomischen Beraters war in den vergangenen Tagen oft ein Thema. Seit gestern ist es nun amtlich: Der Posten des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrates geht an den Fernsehmoderator und Ökonomen Larry Kudlow. Warum viele Medien Kudlows Berufsbezeichnung in dieser Reihenfolge präsentieren, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass in zahlreichen Berichten angemerkt wurde, Kudlow hätte keinen Abschluss in Ökonomie. Dieser Umstand lässt sicher nicht an der fachlichen Kompetenz des 70-jährigen zweifeln. Ein wenig merkwürdig erscheint indes ein anderer Aspekt: Kudlow galt bislang als Anhänger des Freihandels. Wie schon sein Vorgänger, hatte er sich oft gegen die von Trump angekündigten Schutzzölle auf Stahl und Aluminium ausgesprochen. Kaum in Amt und Würden, hat sich offenbar ein Sinneswandel vollzogen: Er sei gegen Zölle im Allgemeinen, ließ er wissen. Trump habe ihn jedoch überzeugt, dass zielgerichtete Strafzölle notwendig seien, um China an den Verhandlungstisch zu zwingen. Einen harten Kurs gegen die EU zu fahren, schreibt er sich neuerdings übrigens ebenfalls auf die Fahne. Interessant dürfte hingegen sein, ob und wann er demnächst seine Haltung zum Dollar aufgeben wird. Kudlow gilt als unbedingter Befürworter einer starken US-Valuta. Diese Meinung wiederum birgt innenpolitischen Sprengstoff, denn sie steht im Konflikt zur Position, die US-Finanzminister Steven Mnuchin vertritt. Das US-Personalkarussell, so scheint es, wird sich wohl noch einige Zeit munter weiter drehen.
Dollar-Händler dürften es begrüßt haben, dass die Wahl auf Kudlow fiel. Der Dollar übte gestern jedenfalls ordentlich Druck auf den Euro aus und schob ihn unter die Mitte unserer Konsolidierungszone (1,2155 - 1,2555/65), aus der es momentan kein Entrinnen zu geben scheint.

GBP

EUR GBP (0,8835)

„Süßes oder Saures?“ ist eigentlich ein Spruch, der überwiegend im Herbst verwendet wird. Im übertragenen Sinne hat ihn die deutsche Süßwarenindustrie jedoch bereits gestern zu spüren bekommen. Dabei ging es aber nicht etwa darum, wie sich die Umsatzstatistik am vergangenen Halloween-Fest entwickelt hat, sondern eher darum, wie viele Süßwaren und Knabberartikel sich im Vergleich zu 2016 in UK verkaufen ließen. Die ernüchternde Bilanz: 5,1 Prozent weniger! Den Grund für diesen drastischen Exporteinbruch sieht Stephan Nießner, Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), im Sterling-Absturz nach der Brexit-Entscheidung, der Importe ins Königreich verteuerte. Also für den BDSI ein Grund, sauer zu sein. Verbandsmitglieder werden den Wechselkurs in Zukunft wohl noch genauer beäugen. Derzeit erleben sie eine interessante Entwicklung: Der Euro, der Anfang März das Pfund gedrückt und seine breite Konsolidierung verlassen hat, fällt wieder in besagte Zone zurück und steuert auf die wichtige 0,8810er Unterstützung zu. Sollte sie brechen, wäre die Stabilität dahin. Mit den Folgen dürfte der BDSI weniger Probleme haben, als kurzfristige Händler. Dann droht ein Test der Konsolidierungsunterkante (0,8685).

EUR

EUR CHF (1,1700)

Es war wohl für niemanden eine Überraschung: Die Schweizerische Nationalbank ist ihrer Negativzinspolitik vollumfänglich treu geblieben. Ein wenig drehte sie indes an einer Stellschraube, ihrer Inflationsprognose, die von 0,7 auf 0,6 Prozent leicht gesenkt wurde. Die Franken-Volatilität hielt sich in Grenzen. Der Euro bleibt weiterhin in der Lage, 1,1760 (darüber 1,1865) zu testen, solange die 1,1615/20er Marke hält.

PLN

EUR PLN (4,2110)

Nach mehreren Anläufen konnte der Euro gestern knapp die 4,2150er Hürde überwinden. Zu Hilfe kam ihm dabei die polnische Teuerungsrate, die auf ein 14-Monats-Tief fiel und damit Zinserhöhungsfantasien in weite Ferne rückte. Nun winken Kursgewinne bis 4,2460. Etwas Zwischenwiderstand liegt allerdings bei 4,2300. Um das Aufwärts-Momentum zu schützen, muss er die 4,1870er Marke verteidigen.

Deliver the Daily Currency Market Analysis to my Inbox

Published five days a week, this newsletter provides day-to-day trends and activities affecting the market in easy-to-understand snapshots