Globale Themen

Ein veritabler Dollartrend

USD

EUR USD (1,1925)

Brisante ökonomische Daten waren es nicht, die gestern veröffentlicht wurden, aber einzelne Indikationen wirkten sich quasi subkutan auf die skeptische Stimmung gegenüber der Eurozone aus. So fiel etwa der Auftragseingang bei der Industrie in Deutschland enttäuschend aus und auch der Einkaufsmanagerindex für den Einzelhandel in der Eurozone blieb hinter den Erwartungen zurück und lag mit 48,6 Punkten sogar unter der markanten 50er Trennlinie zwischen Expansion und Kontraktion. Obgleich es sich bei diesen Daten eher um weniger bedeutsame Einflussfaktoren handelt, bestätigen sie dennoch ein Meinungsbild und die Zinserwartungen hierzulande. Gerade die Frage, ob die schwache Entwicklung des Wachstums im ersten Quartal 2018 nur als konjunkturelle Delle oder vielleicht doch als Trendwende anzusehen ist, bleibt nach wie vor offen. Aber bereits kleine negativ empfundene Nadelstiche in Form irgendwie gearteter ökonomischer Enttäuschungen verfestigen bei vielen Marktteilnehmern die Ansicht, dass mit einer Zinswende eben erst frühestens Mitte 2019 gerechnet werden kann. Nimmt man dagegen die US-Zinserwartungen, so scheint sich die Ansicht, die Fed werde im Zweifel eher vier als drei Zinsschritte in diesem Jahr vornehmen, zu verfestigen. Zumindest die implizite Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen à 25 Basispunkte liegt nun bei knapp 44 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Es ist genau dieser Glaube an eine sich ausweitende Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und den USA, der letztlich auch dafür gesorgt haben mag, dass der Euro zuletzt immer weiter nach unten gedrückt wurde. Gestern wurde sogar ein neues Jahrestief markiert.
Der Euro tendiert nach wie vor schwächer und könnte in Richtung 1,1855/60 abgleiten. Für eine kurzfristige Stabilisierung ist hingegen ein Überschreiten der früheren Konsolidierungsuntergrenze bei 1,2155 notwendig.

USD

USD CHF (1,0025)

Der Dollartrend der vergangenen drei Wochen war so stark, dass es seither keine nennenswerte Korrektur gab. Während dieser Zeit beendete der Greenback gerade einmal zwei Handelstage mit einem jeweils überschaubaren Minus. Gut möglich, dass auch die enttäuschende Entwicklung bei den Schweizer Verbraucherpreisen das ihrige zur Frankenschwäche beigetragen hat. Zumindest spricht nichts dafür, dass sich die Zinsdifferenz zwischen diesen beiden Valuten auf absehbare Zeit verringern wird. Damit bleibt das hohe Momentum des Aufwärtstrends in Richtung 1,0105 intakt – zumindest solange 0,9905/10 nicht unterlaufen wird.

GBP

EUR GBP (0,8795)

Gestern war Bankfeiertag in Großbritannien. Das wichtigste Ereignis in dieser Woche bleibt aber die Sitzung des Geldpolitischen Rates der Bank von England (MPC) am kommenden Donnerstag. Und so kreisten auch gestern diverse Kommentare um dieses Thema. Kaum jemand geht mehr davon aus, dass das MPC bei dieser Sitzung die Zinsen erhöhen wird, so dass ein entsprechender Schritt erst zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr erwartet wird. Allerdings liegt die implizite Wahrscheinlichkeit, dass es wenigstens im August zu einem solchen Zinsschritt kommen wird, gerade noch bei 50 Prozent (vgl. BOEWATCH). Auch wenn noch längst nicht sicher ist, ob es sich bei den jüngsten schwachen Wirtschaftsdaten um einen neuen Trend handeln könnte, gibt es bereits vereinzelt Stimmen, die davon ausgehen, dass es in diesem Jahr überhaupt nicht mehr zu einer weiteren Zinserhöhung oder gar noch zu einer Zinssenkung kommt. Trotzdem hat der Euro gestern im Rahmen seines Aufwärtstrends in Richtung 0,8895 einen kleinen Rücksetzer hinnehmen müssen. Der Trend bleibt dennoch intakt, solange 0,8715 nicht verletzt wird. 

CHF

EUR CHF (1,1955)

Der Anstieg der Schweizer Währungsreserven dürfte im April – sie sind gegenüber dem Vormonat von umgerechnet 737,8 auf 757,1 Mrd. Franken gestiegen – in erster Linie auf die höhere Bewertung von Euro und US-Dollar zurückzuführen gewesen sein. Dafür sprechen auch die seit Wochen konstanten Sichtguthaben, die bei der Schweizerischen Nationalbank unterhalten werden. Unterdessen blieb der Konsumentenpreisindex im April mit einem Plus von 0,2 Prozent sowohl hinter den Erwartungen als auch dem Wert des Vormonats zurück. Allerdings ohne nachhaltige Konsequenzen für den Wechselkurs. Der Euro hielt sich auch gestern über der 1,1940er Unterstützung, wobei wir der Nachfragelinie bei 1,1915 für den Bestand des Aufwärtstrends in Richtung 1,2035 und 1,2095 mehr Bedeutung beimessen.

PLN

EUR PLN (4,2600)

Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren hat der Zloty gestern wieder nachgegeben. Damit blieb die Gemeinschaftswährung auf der anderen Seite oberhalb von 4,2350, weswegen die Aufwärtsbewegung des Euro noch nicht neutralisiert wurde. Im Gegenteil: Der Trend führt immer noch in Richtung 4,3050 oder gar 4,3300.

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