Globale Themen

Euro-Trend ohne Erholung

USD

EUR USD (1,1850)

Man warte auf die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, ob er den Atomvertrag mit dem Iran tatsächlich kassieren würde, war gestern vielerorts den ganzen Tag über zu hören. Und dann ist es tatsächlich so gekommen. So gesehen ergibt es durchaus einen Sinn, dass der Euro im Rahmen der damit verbundenen Risikoaversion weiter an Wert verloren hat. Dies ist jedoch nicht die ganze Geschichte. So war die gestrige Rede von Fed-Chef Jerome Powell in Zürich eigentlich so vorsichtig ausgelegt, dass man nicht befürchten musste, er würde einen falkenhaften Ton anschlagen. Tatsächlich betonte Powell, dass die Notenbank so transparent wie möglich kommunizieren wolle. Hinweise auf eine etwaige Änderung des Tempos bei den Zinserhöhungen in diesem Jahr gab es bei ihm genauso wenig wie bei den Reden seiner Kollegen Bostic (Atlanta Fed) und Kaplan (Dallas) aus dem Offenmarktausschuss. Denn auch sie versicherten noch einmal, dass die Fed selbst bei einem Überschießen der Inflation über ihr Ziel von 2 Prozent nicht sogleich das Tempo bei ihren Zinserhöhungen erhöhen würde. Allerdings – wir erinnern uns an den Begriff „symmetrisch“ aus dem jüngsten Fed-Statement – gilt dies auch auf der anderen Seite, falls das Inflationsziel leicht verfehlt würde: keine Verringerung der Geschwindigkeit bei den Zinserhöhungen.
Größere Sorge macht dann schon die Geschwindigkeit, mit der der Euro gerade zuletzt gegenüber dem Greenback gefallen ist. Drei Wochen ohne Erholung entspricht schon einer recht starken Bewegung, zumal ein Markt ohne nennenswerte Korrekturen keinen halbwegs günstigen Ausstieg aus Schieflagen bietet. Diese dürften mittlerweile beträchtlich sein, zumal deren durchschnittlicher (wahrgenommener) Einstandspreis zumindest gemäß einem Modell aus der Behavioral Finance etwa bei 1,2190 liegen dürfte. Tatsächlich haben viele Marktteilnehmer dem fallenden Euro teilnahmslos zugesehen. Zumindest dürfte die bei den meisten Händlern vorherrschende Verlustaversion dafür gesorgt haben, dass man nur ungern in einen fallenden Markt hineinverkauft hat. Unterdessen hat der Euro sein nächstes Ziel bei 1,1855/60 erreicht und ist sogar anfällig für weitere Kursrückgänge in Richtung 1,1790/95. Auf der anderen Seite erwarten wir erstes signifikantes Angebot erst bei 1,2055/60, weswegen auch schärfere korrektive Erholungen denkbar wären. Eine Stabilisierung für den Euro würde sich allerdings erst oberhalb von 1,2135 ergeben.

USD

USD CHF (1,0030)

Auch wenn die Schweizer Arbeitslosenquote gestern besser als erwartet ausfiel, reicht das nicht als Erklärung dafür aus, dass sich der Franken zumindest zeitweise genauso stark wie der Greenback zeigte. Die Angst vor den Folgen des weithin erwarteten Rückzugs der USA aus dem nuklearen Abkommen mit dem Iran hatte zumindest gestern zu einer Fluchtbewegung in Richtung Franken geführt. Dennoch bleibt der Aufwärtstrend des Dollar in Richtung 1,0105 intakt und zwar mindestens solange, wie 0,9905/10 nicht unterlaufen wird.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Starker Tobak bei der Entwicklung der britischen Immobilienpreise. Tatsächlich wirkt die Tatsache, dass die britischen Immobilienpreise im April mit einem Monatsverlust von 3,1 Prozent, gemessen am Halifax Hauspreisindex, eingebrochen sind, ziemlich dramatisch. Zweifellos lag dieser Wert deutlich unter den mittleren Erwartungen der Ökonomen (-0,3 Prozent), aber im Jahresvergleich blieb immer noch ein Plus von 2,2 Prozent übrig. Auch dürften einige Grundstücksmakler argumentiert haben, dass der Preisrückgang auf das Quartal gesehen nur 0,1 Prozent betrage. Die Händler nahmen die Nachricht ebenfalls nicht allzu schwer, denn Sterling gab zwar kurzfristig nach, konnte sich aber letztlich zumindest gegenüber dem Euro etwas erholen. Deswegen hat der Euro im Rahmen seines Aufwärtstrends in Richtung 0,8895 gestern einen erneuten Rücksetzer hinnehmen müssen. Der Aufwärtstrend bleibt – wenn auch derzeit etwas kraftlos – intakt, solange 0,8725 nicht verletzt wird.

CHF

EUR CHF (1,1890)

Es dürfte wohl der aufgekommenen Risikoaversion nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran geschuldet gewesen sein, dass der Franken plötzlich so stark nachgefragt war. Und da der Euro gestern ohnehin gegenüber vielen Valuten zur Schwäche neigte, ist auch dessen Aufwärtstrend nach Unterlaufen von 1,1915 zum Erliegen gekommen. In der derzeitigen Seitwärtsentwicklung finden wir nun Nachfrage-Niveaus bei 1,1825 und 1,1785. Die Oberseite ist indes offen bis 1,1935, da ein Großteil der bestehenden Euro-Long-Positionen beim gestrigen Sell-off nicht liquidiert worden sein dürften.

PLN

EUR PLN (4,2800)

Im Rahmen der allgemeinen Schwäche der Emerging Markets soll es gestern Beobachtern zufolge angeblich auch den Zloty leicht erwischt haben. Wichtige ökonomische Daten standen jedenfalls nicht zur Veröffentlichung an. Ohnehin rechnen wir damit, dass der Euro seinen Aufwärtstrend in Richtung 4,3050 und 4,3300 fortsetzt, unter der Voraussetzung, dass 4,2350 an der Unterseite unverletzt bleibt.

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