Globale Themen

UK-Leitzins: Auf die lange Bank geschoben

USD

EUR USD (1,1920)

Manchem Marktteilnehmer muss es wie eine Erlösung vorgekommen sein, als gestern bekannt wurde, dass die US-Inflationsdaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Nachdem bereits am Mittwoch die Produzentenpreise in den USA enttäuscht hatten, ging es gestern mit den Konsumentenpreisindices weiter. Diese hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat genauso wie die Kernrate (+0,1 Prozent), die die Preise für Energie und Lebensmittel außenvorlässt, hinter den mittleren Erwartungen der Ökonomen zurückgelegen. Die Jahresteuerung betrug immerhin 2,1 Prozent und blieb damit wiederum im Rahmen der Prognosen – die Kernrate lag in der Jahresbetrachtung marginal unter den Vorhersagen. Obwohl das Inflationsziel von 2 Prozent damit nicht infrage gestellt wird, geriet der US-Dollar dennoch unter Druck, wodurch der Euro immerhin eine kleine Erholungspause im Abwärtstrend einlegen konnte. Dennoch wird man nicht so weit gehen können, von der US-Notenbank einen Kurswechsel zu erwarten. Auch wenn die implizite Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr (vgl. CME FedWatch Tool) geringfügig auf 47,4 Prozent zurückgegangen ist, hat doch die US-Notenbank in ihrem Statement der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass sowohl ein leichtes Überschießen als auch ein geringes Verfehlen des Inflationsziels tolerabel sei. Mit anderen Worten: Wegen ein paar kleineren Abweichungen von den Prognosen der Ökonomen wird sich die Notenbank sicherlich nicht in Diskussionen über die Geschwindigkeit der Zinserhöhungen ergehen.
Dennoch: Diese Nachrichten wirkten vor allen Dingen für diejenigen, die den Euro-Abwärtstrend verpasst hatten, wie Balsam auf die geschundene Händlerseele. Allerdings dürften die Einstandspreise dieser Schieflagen immer noch recht in weiter Ferne liegen, weswegen wir mit erstem ernsthaften Euro-Angebot ohnehin erst bei 1,2045/50 rechnen. Bis dahin könnte man auch ohne weiteres von einer gesunden Korrektur des Abwärtstrends sprechen, der Stabilitätspunkt läge ohnehin erst bei 1,2120. Folglich richtet sich unser Blick weiterhin vornehmlich auf die Unterseite, die ohne wesentliche Unterstützung bis 1,1775/80 offen ist.

USD

USD CHF (1,0030)

Erstaunlich ist, dass der US-Dollar gegenüber dem Franken nun bereits an drei aufeinanderfolgenden Tagen kein neues Hoch produzieren konnte. Sicherlich haben die leicht enttäuschenden US-Konsumentenpreise den Aufwärtstrend des Greenback etwas gebremst. Aber dessen Fortsetzung scheint nur eine Frage der Zeit zu sein und könnte sich nun bis 1,0140 erstrecken. Der Trend bleibt mindestens solange intakt, wie 0,9935 nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Die Bank von England (BoE) hat ihren Leitzins wie von den meisten Marktteilnehmern erwartet unverändert bei 0,5 Prozent gelassen. Dennoch gab es im Geldpolitischen Rat wie auch in der vergangenen Sitzung zwei Mitglieder, die für eine Zinserhöhung stimmten. Zwar äußerte BoE-Chef Mark Carney, die Bank verfolge immer noch eine etwas straffere Geldpolitik, aber Zinserhöhungen würden begrenzt und schrittweise ausfallen. Zumal der gestrige Inflationsbericht der BoE zeigt, dass die Erwartungen deutlich zurückgenommen wurden und demnach das 2-Prozent-Ziel in zwei Jahren erreicht werden soll. Zudem wurden auch die Wachstumserwartungen der BoE auf 1,4 Prozent für 2018 zurückgenommen. Dass die Akteure offensichtlich ein derart taubenhaftes Statement nicht erwartet hatten, zeigt die Reaktion von Pfund Sterling, das gegenüber dem Euro deutlich in die Knie ging. Dieser hatte zuvor die Unterseite seines Aufwärtstrends in Richtung 0,8895 bei 0,8725 sowohl vorgestern als auch gestern exakt getestet.

CHF

EUR CHF (1,1945)

Wegen des gestrigen Feiertages gab es keine ökonomischen Daten aus der Schweiz bzw. der Eurozone. Allerdings profitierte der Euro von einer verbesserten Ausgangslage und hat die Chance, oberhalb von 1,1960 abermals einen Aufwärtstrend zu beginnen, der sich zunächst in Richtung 1,2000 und danach in Richtung 1,2130 fortsetzen kann. Die wichtigste Unterstützung wäre in diesem Zusammenhang zunächst bei 1,1850 anzusetzen.

PLN

EUR PLN (4,2500)

Der Zloty muss momentan eine regelrechte Achterbahnfahrt mitmachen. Nachdem er am Mittwoch gegenüber dem Euro in Richtung 4,2950 gefallen war, sorgten angeblich die enttäuschenden US-Inflationsdaten dafür, dass es (ähnlich wie in Tschechien) eine erhöhte Nachfrage nach der polnischen Währung gab. In der Folge fiel der Euro bis auf seine Unterstützung bei 4,2350, die im Rahmen des Aufwärtstrends in Richtung 4,3050 und 4,3300 nicht unterlaufen werden darf.

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