Globale Themen

Unternehmen fürchten politische Risiken

USD

EUR USD (1,1950)

Die Finanzmärkte erhalten nach wie vor eine starke politische Prägung. Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht um Steuersubventionen, Einfuhrzölle oder Sanktionen gegen andere Staaten geht. Werden Entscheidungen dieser Art verkündet, sind wirtschaftliche Konsequenzen unvermeidlich. Dass die USA in allen diesen Fällen immer an vorderster Front mitmischt und eine tragende Rolle im Geschehen spielt, ist nicht von der Hand zu weisen. Für im Ausland tätige deutsche Unternehmen ist es daher von großer Bedeutung, welche politischen Beschlüsse gefasst werden, da diese in der Regel direkte Auswirkungen auf ihren Geschäftsverlauf und -ertrag haben. Welche Erwartungen die betroffenen Unternehmensführer an den Tag legen, ist daher durchaus aufschlussreich. Eine Möglichkeit der Betrachtung lieferte am vergangenen Wochenende eine Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) von rund 5000 deutschen Mitgliedsunternehmen, die in insgesamt 92 Ländern aktiv sind. In Erwartung guter Geschäfte spiegelt sie für das laufende Jahr eine durchaus positive Grundstimmung wider. Sorgen bereitet den befragten Firmenlenkern indes die steigende Zahl von Handelsbarrieren und eine auf Protektionismus ausgelegte Wirtschaftspolitik, wie sie hauptsächlich von China und den USA demonstriert wird. Deutsche Unternehmensführer deuten dies als Bedrohung ihrer Geschäftstätigkeit, weshalb diese Aktionen bei heimischen Ex- und Importeuren unter genauester Beobachtung stehen. Eskalieren die laufenden Handelsstreitigkeiten, könnte das ihre wirtschaftlichen Aktivitäten durchaus ausbremsen. Der DIHK erwartet dies bereits: Für 2018 kündigt er noch ein weltwirtschaftliches Wachstum von 4 Prozent an. Für 2019 liegt die Schätzung schon ein halbes Prozent tiefer.

Die zaghafte Euro-Erholung der letzten beiden Handelstage hat noch nicht die dichteren Angebotszonen erreicht. Solide Abgaben dürften erst bei 1,2060 einsetzen. Um dem kurzfristigen Abwärtstrend zu entfliehen, bedarf es aber mehr, als diese Marke zu überwinden. Dazu müsste der Stabilitätspunkt bei 1,2105 geklärt werden. Solange dies nicht der Fall ist, läuft der Euro Gefahr, nochmal auf das Tief der vergangenen Woche (1,1820) oder gar bis auf die 1,1770/80er Unterstützung zurückgeworfen zu werden.

USD

USD CHF (1,0000)

Wir wunderten uns bereits Freitag früh darüber, warum der US-Dollar gegenüber dem Franken an drei aufeinanderfolgenden Tagen kein neues Hoch erreichen konnte. Offensichtlich flossen kontinuierlich Abgaben in den Markt und gelangten in die Hände kurzfristiger Händler, die aber den Dollar offensichtlich nicht über das Wochenende halten wollten. Somit entfaltete sich am Freitag die erste Korrektur seit gut fünf Wochen. Eine Gefahr für den steilen Aufwärtstrend, der sich noch bis 1,0140 fortsetzen könnte, stellt diese Bewegung aber noch nicht dar. Dies wäre erst unterhalb von 0,9935/45 der Fall.

EUR

EUR CHF (1,1950)

SNB-Vizedirektor Fritz Zurbrügg wies im Interview mit der „Schweiz am Wochenende“ darauf hin, dass es für das Wachstum in der Eurozone „mittelfristig noch einige Risiken“ gebe – allen voran die hohen Staatsschulden. Den Franken hält er für „nach wie vor hoch bewertet“ und traut diesem zu – trotz der Abwärtsentwicklung der vergangenen Monate –, schnell wieder aufzuwerten. Eine Abwendung von der ultralockeren Geldpolitik oder Statements, die darauf hindeuten, die SNB würde nicht mehr auf dem Devisenmarkt intervenieren wollen, sucht man bei seinen Antworten vergebens. Im Gegenteil, er befürwortet und unterstreicht beides ohne Umschweife.

Der Kursverlauf des Euro gegenüber dem Franken bewegte sich in recht ruhigen Bahnen. Alles in allem hatte man den Eindruck, Marktteilnehmer hätten aus dem Feiertag am Donnerstag ein verlängertes Wochenende gemacht. Somit bleibt es dabei: Oberhalb der 1,1960er Marke würde der Euro abermals einen Aufwärtstrend anstoßen, der sich zunächst bis auf 1,2045 und darüber in Richtung 1,2130 fortsetzen könnte. Die wichtigste Unterstützung bildet in diesem Zusammenhang das 1,1850er Niveau.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Genau genommen sind die Verhandlungen in Sachen Brexit – abgesehen von der Klärung einiger Detailfragen – seit März nicht richtig vorangekommen. Grundsätzliche Einigungen, mit denen man einen großen Durchbruch hätte erreichen können, sind laut EU-Chefunterhändler Michel Barnier jedenfalls noch nicht getroffen worden. Genau deswegen hat er am Wochenende wohl auch vor dem Scheitern der Verhandlungen gewarnt. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum Händler noch keinen Bedarf sehen, Pfund Sterling nachhaltig aus seiner mittelfristigen Seitwärtsspanne zu drücken, die gegenüber dem Euro besteht. Innerhalb dieser Range bewegt sich die Gemeinschaftswährung derzeit in einem kurzfristigen Aufwärtstrend und besitzt dadurch Potenzial, bis zur 0,8895er Marke zu klettern. Die Trenduntergrenze liegt nach wie vor bei 0,8725.

PLN

EUR PLN (4,2640)

Polens Parlament zeigte sich Ende vergangener Woche gewillt, im Konflikt mit der EU-Kommission nachzugeben. Dazu seien erneut Nachbesserungen an der umstrittenen Justizreform vorgenommen worden. Diese muss allerdings noch vom Senat genehmigt und von Präsident Andrzej Duda unterschrieben werden. Der Euro schwankt gegenüber dem Zloty derweil wild hin und her. Solange er sich über der 4,2350er Unterstützung hält, kann er im Rahmen seines Aufwärtstrends bis 4,3070 oder gar 4,3300 steigen.

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