Globale Themen

Tag der Reden und Andeutungen

USD

EUR USD (1,1930)

Zwar wurden gestern keine wichtigen ökonomischen Daten publiziert, aber immerhin meldeten sich einige Notenbanker zu Wort. Von Seiten der EZB waren es derer gleich drei an der Zahl. So etwa EZB-Chefvolkswirt Peter Praet, der allerdings geldpolitisch nichts Neues zu vermelden hatte und bei seiner Rede in London auf sein Manuskript vom 7. Mai (Genf) zurückgriff: Die Geldpolitik sei datenabhängig und geldpolitischer Stimulus weiterhin nötig. Schließlich zeigte sich Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums und als geldpolitischer Falke bekannt, zuversichtlich, dass die Inflationsentwicklung wie gedacht verlaufe.

Das weitaus interessanteste Statement kam jedoch von Ratsmitglied François Villeroy de Galhau, der ein Ende der Anleihekäufe nahen sieht. Dabei scheint es ihm gleichgültig zu sein, ob diese im September oder im Dezember abgeschlossen sein werden. Auch bei dem Zeitpunkt, an dem die erste Zinserhöhung erfolgen werde, wollte sich der Chef der Banque de France nicht festlegen. Das hänge, so Villeroy, vom Ende der Anleihekäufe statt, und werde dann erst eine gute Zeit danach („well past") geschehen. Allerdings verstehe er darunter nicht einige Jahre, sondern vielmehr bedeute „well past" „einige Quartale“. Mit dieser doch recht neuen Definition sahen sich Händler gestern abermals zu Euro-Käufen ermutigt.

Daran änderte auch das Statement von Loretta Mester, Chefin des Ablegers der Fed von Cleveland, nichts. Die dem geldpolitischen Falkenlager zuzurechnende Mester geht ohnehin bekanntermaßen von schrittweisen Zinserhöhungen in diesem Jahr aus, wobei sie unter schrittweise drei bis vier Zinserhöhungen versteht. Dass es in diesem Jahr insgesamt in den USA zu vier Zinserhöhungen kommen könnte, zeigt sich auch an der impliziten Wahrscheinlichkeit dafür, gemessen durch das CME FedWatch Tool, die gestern über 50 Prozent (Vorwoche knapp 43 Prozent) lag.

Unter dem Strich konnte der Euro gestern doch nicht mehr den dritten Tag in Folge zulegen. Indes: Betrachtet man die Entwicklung der Gemeinschaftswährung gegenüber einem Korb von Währungen, wird sogar deutlich, dass sie während der vergangenen vier Wochen gar nicht so viel an Wert verloren hat. Von dem einen Prozentpunkt an Verlusten gegenüber dem Währungskorb sind während der vergangenen drei Tage zeitweise rund zwei Drittel wieder wettgemacht worden. Allerdings reichte es längst nicht, den derzeitigen kurzfristigen Abwärtstrend gegenüber dem US-Dollar zu verlassen. Dafür müsste zumindest der Stabilitätspunkt bei 1,2085/90 aus dem Weg geräumt werden. Deswegen läuft der Euro vor allem unterhalb von 1,1880 erneut Gefahr, in Richtung 1,1750 gedrückt zu werden.

USD

USD CHF (1,0010)

Der Greenback testete gestern um ein Haar seine wichtige Unterstützung, die für das derzeitige Momentum des Aufwärtstrends von Bedeutung ist. Diese Unterstützung liegt nun etwas höher als zuvor bei 0,9945/50. Solange dieses Niveau unverletzt bleibt, sind im Rahmen des steilen Trends Kurssteigerungen bis auf 1,0180 denkbar. 

EUR

EUR CHF (1,1940)

Die bei der Schweizerischen Nationalbank unterhaltenen Sichtguthaben haben sich auch in der Woche zum 11. Mai erwartungsgemäß nicht verändert. Immerhin gelang es dem Euro gestern, die 1,1960er Marke zu überwinden, aber der Ausbruch wurde bereits 20 Stellen höher wieder zurückgeworfen. Auch wenn diese Entwicklung wie ein Fehlsignal aussehen mag, setzen wir dennoch auf weitere Kurssteigerungen des Euro zunächst in Richtung 1,2050 und darüber auf 1,2130. Zumindest solange 1,1890 unverletzt bleibt.

GBP

EUR GBP (0,8800)

Pfund Sterling verlebte gestern einen vergleichsweise ruhigen Handelstag und produzierte gegenüber dem Euro gerade einmal eine Handelsspanne von 30 Stellen. Immerhin betonte ein Sprecher von Theresa May, die Premierministerin wolle sich wegen möglicher Zoll-Vereinbarungen mit der EU stärker auf eine gute Entscheidung als auf die Einhaltung irgendwelcher Fristen konzentrieren; ein Statement, das ohne Auswirkung auf den Wechselkurs blieb. Die Akteure schienen vielmehr darüber diskutieren zu wollen, ob und wann die nächste Zinserhöhung der Bank von England kommen werde. Auch wenn viele Marktteilnehmer überzeugt sind, dass es in diesem Jahr noch einen Zinsschritt geben wird, ist die implizite Wahrscheinlichkeit für eine derartige Maßnahme für August auf unter 50 Prozent gesunken. Vor einer Woche betrug diese Wahrscheinlichkeit noch 60 Prozent. Am Ende hat sich am kurzfristigen Aufwärtstrend des Euro nicht viel verändert, im Rahmen dessen wir Fortschritte bis 0,8905 sehen. Zumindest solange 0,8725 an der Unterseite nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,2700)

Dass das polnische Leistungsbilanzdefizit gestern geringer als erwartet ausgefallen war, hat dem Zloty nicht geholfen. Immerhin markierte der Euro den ruhigsten Handelstag seit rund zweieinhalb Wochen, hatte aber am Ende die Nase leicht vorne. Solange sich die Gemeinschaftswährung oberhalb von 4,2350 halten kann, bleibt der Aufwärtstrend bis 4,3000 (modifiziert) oder gar 4,3300 bestehen.

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