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US-Anleiherenditen machen Dollar attraktiv

USD

EUR USD (1,1835)

Zum Handelsschluss der vergangenen Woche klangen Devisenhändler – zumindest die Euro-Bullen unter ihnen – weit hoffnungsvoller als gestern. Dieses Bild verstärkte sich noch, als der Euro am Montagmittag kurz davorstand, die 1,20er Marke zurückzuerobern. Es hörte sich an, als wäre der kurzfristige Euro-Abwärtstrend abgehakt, die „gesunde Korrektur“ beendet worden. 24 Stunden später befand sich die Gemeinschaftswährung erneut auf Jahrestief und hinterließ zahlreiche fragende Gesichter. Optimisten rätselten über die Ursache der neuerlichen Schwäche. War es etwa das gestrige ökonomische Datenpaket? Was die Eurozone angeht, entsprach die Revision der Wachstumszahlen für das erste Quartal 2018 sowohl den Erwartungen als auch der ersten vorläufigen Schätzung. Die März-Industrieproduktion dürfte auch nicht der entscheidende Faktor gewesen sein, denn die gehörte ja zum ersten Quartal. Bei der letzten Option – die Regierungsbildung in Italien, die am Wochenende bekanntgegeben wurde – schwang bereits eine Prise Verzweiflung mit. Zwar erkennen einige Kommentatoren darin eine unvorteilhafte Konstellation, um eine europanahe und wirtschaftsfreundliche Politik zu gestalten. Allerdings war dies, als der Euro am Vortag bis fast auf 1,20 USD kletterte, auch schon bekannt.

Da US-Fundamentaldaten gestern erst nach dem Euro-Tagestief veröffentlicht wurden, schieden diese auch aus dem Kreis der potenziellen Schwächeverursacher aus. Eines hingegen stach gestern ins Auge: die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen. Denn sie übersprang deutlich die 3-Prozent-Marke und erreichte ein neues Sieben-Jahres-Hoch. Eigentlich ein klares Dollar-Kaufargument, könnte man meinen. Es wäre auch sicher der Fall, wenn sich nicht zeitgleich die Rendite deutscher Bundesanleihen ähnlich stark befestigt hätte. Allerdings muss man eingestehen, dass das Niveau der US-Rendite eindeutig attraktiver wirkt. Ähnlich denken wohl auch die Chinesen. Ihr Engagement in US-Staatsanleihen hat sich den fünften Monat in Folge erhöht.

Somit bleibt der Euro in seinem kurzfristigen Abwärtstrend gefangen – zumindest solange er seinen Stabilitätspunkt bei 1,2080 nicht neutralisieren kann. Bis dahin besteht Gefahr eines Abschwungs bis auf 1,1750.

USD

USD CHF (1,0005)

In den USA wurden gestern einmal mehr positive Konjunkturdaten (überraschender Anstieg des Empire-State-Index, höherer NAHB-Hausmarktindex) veröffentlicht, was zu steigenden Anleiherenditen führte. Sofort entbrannten Spekulationen, die Fed könne womöglich die Zinszügel schneller bzw. stärker anziehen. Der Franken geriet daraufhin, genauso wie der Schweizer Aktienmarkt etwas unter Druck. Unsere Schlüsselunterstützung bei 0,9950/55 (leicht angepasst) hat sich bislang bewährt. Seitdem sich der Greenback zu Wochenbeginn von dort abstoßen konnte, arbeitet er innerhalb seines steilen Aufwärtstrends wieder daran, seine Gewinne in Richtung 1,0180 auszubauen.

EUR

EUR CHF (1,1840)

Gegenüber der zweiten Aprilhälfte hat die Volatilität des Währungspaars erheblich zugenommen. Gestern fiel der Euro auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat, was unsere positive Ausrichtung zunichtemachte. Womöglich ist der Handel dabei, eine neue Konsolidierung auszuloten. Eine klare Oberkannte ist bislang nur an der Oberseite zu entdecken, bei 1,1980. Für die Unterkante könnten hingegen 1,1815 oder 1,1770 potenzielle Marken darstellen.

GBP

EUR GBP (0,8760)

Streitereien über eine künftige Zoll-Partnerschaft mit der EU prägen seit Monaten die Verhandlungen, die britische Regierungsmitglieder mit europäischen Unterhändlern meist hinter verschlossenen Türen führen. Dass diese nun aber von Theresa Mays Kabinett teilweise sogar öffentlich ausgetragen werden, macht die Stimmung sicher nicht besser. Dem Pfund hat das Ganze gestern aber offensichtlich nicht geschadet. Auch die Debatte bzw. die heute stattfindende Abstimmung im britischen Oberhaus zum Brexit-Gesetz dürften Marktteilnehmer kaum aus der Ruhe bringen. Stattdessen schien sich der Handel vorzugsweise auf die vom ONS (Office for National Statistics) veröffentlichten Daten zu den durchschnittlichen Wochenlöhnen der ersten drei Monate dieses Jahres konzentriert zu haben. Diese entsprachen mit einem Plus von 2,6 Prozent allerdings den Erwartungen. Ein kleines Positivum gab es indes vom Arbeitsmarkt zu berichten, wo die Zahlen zur Beschäftigung (ILO) besser als erwartet ausfielen. Unverändert blieb indes mit 4,2 Prozent die Arbeitslosenquote. Am Ende spricht aber vieles dafür, dass der Wechselkurs aufgrund der allgemeinen Euroschwäche und weniger wegen einer Pfund-Stärke gelitten hat. Trotz des gestrigen Rückschlags bewegt sich der Euro immer noch im Rahmen seines kurzfristigen Aufwärtstrends zwischen 0,8725 und 0,8895.

PLN

EUR PLN (4,2970)

Wie schon tags zuvor haben gute Konjunkturdaten auch gestern dem Zloty nicht helfen können. Dabei zog das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal des laufenden Jahres mit 5,1 Prozent (ggü. dem Vorjahr) um 0,3 Prozentpunkte stärker an, als dies von Analysten erwartet wurde. Dies war jedenfalls die erste Schätzung des Statistikamts, das gestern außerdem die Konsumentenpreise bekanntgab. Letztere fielen jedoch unverändert aus. Trotz allgemeiner Euro-Flaute zog es die Gemeinschaftswährung auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober vergangenen Jahres, genau auf unsere anvisierte 4,3000er Marke. Darüber könnte sich der jüngste Aufwärtstrend gar bis 4,3300 durchsetzen. Bedingung bleibt, dass er sich oberhalb von 4,2350 halten kann.

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