Globale Themen

Franken weiterhin stark gefragt

USD

EUR USD (1,1765)

Der gestrige Handelstag bot vielen kurzfristig orientierten Akteuren die Möglichkeit, einen Boden für den Euro auszuloten. Vor allem, weil sich die Gemeinschaftswährung zuvor bereits von den tiefsten Ständen dieses Jahres (1,1715 am Pfingstmontag) gelöst hatte. Allerdings sollte sich dieses Vorhaben dann doch als schwierig erweisen, da immer wieder Altpositionen auf dem Euro zu lasten schienen. Am Ende der europäischen Handelssitzung war die Gemeinschaftswährung wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefallen. Daran, dass jene Altpositionen noch in größerem Ausmaß vorhanden sind, besteht kaum Zweifel. Man muss als Stimmungsbarometer nur den Positionsbericht der CFTC zu den spekulativen Euro-Long-Positionierungen an der Chicagoer Futures-Börse zu Rate ziehen. Diese Netto-Long-Positionierungen sind zwar per 15. Mai das vierte Mal hintereinander gefallen, aber eben nur marginal. Mit 115.000 Kontrakten ist das Commitment der Händler kaum niedriger als vor vier Wochen (131.000) oder dem bisherigen Rekordhoch von 151.000 Kontrakten. Sicherlich sind diese Zahlen schon eine Woche alt, aber die unter Entscheidern weitverbreitete Verlustaversion, also die generelle Abneigung, Verluste zu realisieren, dürfte dafür gesorgt haben, dass sich bislang nur wenige dazu durchgerungen haben, ihre unter Wasser befindlichen Euro-Positionierungen aufzulösen. Tatsächlich wäre man vermutlich vielerorts dazu bereit, mit den Verlusten seinen Frieden zu machen, vielleicht sogar zu schlechteren Kursen als den Einstandspreisen. Jene dürften nach unserem Modell aus der Behavioral Finance im Durchschnitt bei ca. 1,2030 liegen.
Die Gründe für die gestrige Kursentwicklung sind überdies schnell aufgezählt und passen recht gut zum Verlauf des Euro. Dieser profitierte sicherlich von der Meldung, wonach sich China dazu entschlossen hat, die Importzölle für die meisten Fahrzeuge auf 15 Prozent zu senken. Natürlich möchte die Trump-Administration erheblich mehr erreichen: China soll seinen milliardenschweren Handelsüberschuss drastisch verringern.
Während es die Börsianer in der Eurozone per Saldo offenbar kaum interessiert, dass das neue Regierungsbündnis in Italien mit Paolo Savonas einen Euroskeptiker für das Wirtschafts- und Finanzministerium nominieren möchte, kostete dies den Euro gestern die ganzen Tagesgewinne. Deswegen verbleibt dieser auch in seinem steilen Abwärtstrend, der mittlerweile bis 1,1650/55 reicht. Um dem Momentum dieses deutlichen Trends Einhalt zu gebieten, müsste zumindest 1,1835 überwunden werden, die Stabilisierung des kompletten Umfeldes könnte allerdings erst frühestens oberhalb von 1,1980/85 erfolgen.

USD

USD CHF (0,9930)

Selbst gegenüber dem US-Dollar zeigte sich der Franken gestern in bester Verfassung, so dass sich der Trend des Greenback nun zum ersten Mal seit Ende März im Korrekturmodus befindet. Dieser kann bis 0,9820 reichen. Allerdings ist eine Beendigung der Korrekturen bereits mit Überschreiten von 1,0010 relativ schnell möglich.

GBP

EUR GBP (0,8775)

Recht viel gab es gestern von Vertretern des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England (BoE) zu hören. Allen voran Gertjan Vlieghe, dessen Anhörung vor dem Finanzausschuss des Unterhauses ziemlich falkenhaft klang. Denn das Mitglied des Geldpolitischen Rates sprach davon, dass in den kommenden drei Jahren jeweils ein bis zwei Zinsschritte in Höhe von jeweils 0,25 Prozent vonnöten seien. Per Saldo wich aber seine Rede nicht von der prinzipiellen Einstellung seiner Kollegen ab, dass das schwache Wachstum im ersten Quartal nur ein vorübergehendes Phänomen darstelle und deswegen der ursprünglich erwartete Zinsschritt nicht vollzogen worden sei. Vlieghe ist übrigens ein Vertreter einer offenen Kommunikationspolitik der BoE hinsichtlich des Zinspfades, während seine Kollegen Saunders und Ramsden derartige Zinsvorhersagen gestern eher kritisch sahen. Denn es bestünde das Risiko, dass diese Vorhersagen als Versprechen missverstanden werden könnten. Wenig Neues ergab sich indes aus dem Inflationsbericht von BoE-Chef Mark Carney, der die Wachstumsschwäche des ersten Quartals ebenfalls als nur temporär einschätzt. Am Ende hielten sich die Kursausschläge von Pfund Sterling jedoch in Grenzen, so dass weiterhin die Seitwärtsentwicklung zwischen 0,8620 und 0,8845 Bestand hat.

EUR

EUR CHF (1,1675)

Dass für viele Akteure die politische Entwicklung in Italien wohl doch keine Petitesse darstellt, zeigt sich an der Entwicklung des Euro, der nun gegenüber dem Franken innerhalb von etwas mehr als einer Woche in der Spitze einen Kursverlust von rund 300 Stellen verbuchen musste. Wie von uns befürchtet, fällt eine mögliche Konsolidierungszone nun doch etwas breiter aus, da als letzte Möglichkeit nur noch 1,1650 als potentielle Untergrenze herhalten kann. Die Obergrenze eines derartigen Feldes läge bei 1,1980. Sollte indes auch 1,1650 versagen, wäre ein neuer Abwärtstrend des Euro eingeläutet.

PLN

EUR PLN (4,2870)

Ohne neue fundamentale Erkenntnisse hat sich der Euro gestern eine deutlichen Rücksetzer geleistet, der jedoch relativ schnell wieder aufgeholt wurde. Damit bleibt der Zloty weiterhin unter Druck, 

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