Globale Themen

G6 gegen USA

USD

EUR USD (1,1795)

Schlechte Stimmung, schlechter Stern, schlechte Bedingungen – im Prinzip waren fast alle Attribute, mit denen die Kommentatoren den G7-Gipfel des vergangenen Wochenendes zu charakterisieren versuchten, negativ behaftet und mit dem Zusatz „schlecht“ versehen. Sie sollten Recht behalten. Zwar gab es bereits vor Beginn des Treffens ausreichend Twitter-Gefechte zu bestaunen, Verbaldrohungen zu vernehmen und ein gehöriges Maß an Uneinigkeit zu spüren. Entladen hat sich das Ganze aber erst nach Ende des Gipfels, und zwar mit einer in der mehr als 40-jährigen G7-Geschichte beispiellosen Aktion: US-Präsident Donald Trump, der zuvor schon mit schroffen Tweets in Sachen Handelszölle, unabgesprochenen Forderungen im Namen der G7 sowie der Ankündigung, den Gipfel vorzeitig verlassen zu wollen, für reichlich Unmut unter den übrigen Teilnehmern sorgte, setzte nach dem Abschluss der Verhandlungen noch einen obendrauf: Er verweigerte dem Abschluss-Kommuniqué nachträglich seine Zustimmung. Abgesehen von dem einen oder anderen Politiker in Großbritannien oder Russland dürfte diese Art des Umgangs mit Handelspartnern bei den wenigsten Gefallen gefunden haben.

Misstrauisch stehen Finanzmarktteilnehmer derzeit auch der italischen Regierung gegenüber. Zwar beteuerte Finanzminister Giovanni Tria am Wochenende, ein Euro-Austritt Italiens komme „nicht in Frage". Investoren fürchten aber, dass festgelegte Inhalte des Koalitionsvertrags auch tatsächlich umgesetzt werden könnten. In diesem Fall würde sich nämlich das hohe Defizit Italiens noch stärker ausweiten. Auch die Warnung einiger Analysten, Italien könne eine „Parallelwährung“ in Form von Schuldverschreibungen der Steuerbehörden einführen, schürte Ängste. Solche Befürchtungen dürften dem Euro bei seiner korrektiven Aufwärtsbewegung nicht gerade behilflich sein. Das schmale Korrekturband verläuft nun noch enger, zwischen 1,1720 und 1,1855.

USD

USD CHF (0,9850)

Die Wetten auf einen fallenden US-Dollar sind, gemäß Zahlen der Commodity Futures Trading Commission, vergangene Woche erneut gestiegen. Dieser Trend ist seit Anfang Mai auch in den stetigen Abgaben gegenüber dem Schweizer Franken sichtbar. Noch ist das Risiko weiterer Abwärtskorrekturen in Richtung 0,9730 vorhanden. Dieses Risiko würde allerdings durch das Überschreiten der 0,9900er Hürde neutralisiert werden.

EUR

EUR CHF (1,1620)

Vollgeld voll abgelehnt, hieß das Votum der Schweizer Wähler, die gestern mit großer Mehrheit gegen die Einführung des Vollgelds stimmten. Lediglich 24 Prozent der Schweizer votierten für die Vollgeld-Initiative. Ganze 76 Prozent sprachen sich hingegen dafür aus, alles beim Alten zu belassen. Zwar signalisierten Meinungsumfragen bereits im Vorfeld, dass die alternative Geldschöpfungsidee wohl nicht ausreichend Unterstützer finden werde. Mit einem derart geringen Zuspruch hatten aber selbst die Veranstalter nicht gerechnet. Auf die Schweizer Währung dürfte das Wahlergebnis keinen Einfluss haben. Der Euro versucht derzeit immer noch, sich aus seinem kurzfristigen Abwärtstrend gegenüber dem Franken zu befreien. Gelingen wird ihm das erst oberhalb der 1,1645er Hürde. Danach könnte eine weitere Gegenbewegung bis auf 1,1675 und darüber sogar auf 1,1760 führen. Erste Nachfrage liegt weiterhin bei 1,1530.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Der britische Außenminister Boris Johnson hat Trumps G7-Eklat vermutlich besonders aufmerksam beobachtet. Der Brite macht keinen Hehl daraus, US-Präsident Donald Trump zunehmend nachzueifern bzw. seinen Politstil übernehmen zu wollen: Hartes Auftreten, markige Sprüche und den Einsatz von Tweets hält er zur Führung der Brexit-Verhandlungen offenbar allesamt für probate Mittel. Derzeit sorgt eine heimliche Tonaufnahme von Johnson für Wirbel, die dem Internetportal "BuzzFeed News" zugespielt wurde. In diesem Mitschnitt hört man ihn einmal mehr im Trump-Stil poltern. In Gesprächen mit Brüssel sei nun eine "viel kämpferischere" Phase erreicht und auch ein "Zusammenbruch" der Verhandlungen nicht ausgeschlossen. Finanzminister Philip Hammond versuchte indes, die Situation etwas zu entschärfen, und schlug friedvollere Töne an. Er argumentierte, es sei vernünftiger, bei den Verhandlungen auf Kooperation statt Konfrontation zu setzen. Der Euro hat seinen jüngsten Versuch, sich gegen das Pfund durchzusetzen, nicht erfolgreich abschließen können. Stattdessen wurde die Obergrenze des zuvor entstandenen Seitwärtsbandes, das jetzt zwischen 0,8695 und 0,8835 (leicht angepasst) verläuft, noch einmal nachgezeichnet. Diese Spanne verkörpert nun eine klare Konsolidierungszone.

PLN

EUR PLN (4,2770)

Die Rating-Agentur Fitch bestätigte am Freitag Polens „A-“-Rating und beließ auch den Ausblick auf „stabil“. Der Euro gab fast seinen gesamten Tagesgewinn wieder ab. Nach wie vor ist mit einer kurzfristigen Fortsetzung der Aufwärtsbewegung erst mit dem Überschreiten von 4,3050 zu rechnen. Der mittelfristige Aufwärtstrend erlaubt indes eine Konsolidierung bis 4,2150, ist jedoch schon bei 4,2250 abgefedert.

HUF

EUR HUF (319,60)

Finanzminister Mihály Varga versuchte am Freitag, Devisenhändler zu beruhigen. Niemandem brauche die Schwäche des Forints Sorge zu bereiten, beschwichtigte er die Gemüter. Tatsächlich zog der Euro sich von seinem Tageshoch etwas zurück, bewegt sich aber nach wie vor in Reichweite eines neuen Zwei-Jahres-Hochs, das er jenseits von 321,85 markieren würde. Kurzfristig bleibt dies möglich, solange er sich oberhalb von 315,60 halten kann.

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