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Theresa May gewinnt wichtige Abstimmung

USD

EUR USD (1,1745)

Es wurde viel geschrieben über den Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Begriffen wie „neue Beziehungen“, „gemeinsame Anstrengungen“, Wohlstand, Frieden etc. Auch hat es ein gemeinsames Dokument gegeben. Indes: Details, welchen Umfang etwa die Denuklearisierung Nordkoreas oder die Sicherheitsgarantien Donald Trumps für Nordkorea haben sollen, wurden nicht bekannt. Auch wolle man sich wieder treffen, so Donald Trump, aber ein Plan für die nächste Begegnung gibt es bislang nicht. Und so blieben größere Reaktionen an den Devisenmärkten aus.
Unterdessen scheinen sich die Akteure vorzugsweise auf das heute endende Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu konzentrieren. Dabei gilt eine weitere Zinserhöhung fast als sicher. Denn die implizite Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Schritt liegt derzeit (vgl. CME FedWatch Tool) bei 97 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen in diesem Jahr ist noch einmal deutlich gestiegen und liegt nun gegenüber der Vorwoche 8 Prozentpunkte höher, bei rund 47 Prozent. Wir erinnern uns: Zum Höhepunkt der Italien-Krise (Fronleichnam) lag diese Wahrscheinlichkeit temporär nur noch bei 25 Prozent! Was den voraussichtlichen Beschluss der FOMC-Mitglieder unterstützen wird, sind die gestern wie erwartet ausgefallenen US-Konsumentenpreisindices. Allerdings sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, dass viele FOMC-Entscheider für die Inflationseinschätzung vorzugsweise auf den Index der privaten Konsumausgaben (PCE) zurückgreifen. Wichtiger als der Zinsentscheid selbst dürfte die künftige Einschätzung der Zinsentwicklung durch die FOMC-Mitglieder, die sogenannten „Dot-Plots“, sein, die heute ebenfalls um 20:00 Uhr publiziert werden. Viele Händler werden sich jedenfalls auf einen langen Abend einstellen.
Der Euro hat sich unterdessen recht wenig bewegt und sich zuletzt etwas schwächer gezeigt. Damit bleibt der Spielraum für weitere korrektive Aufwärtsbewegungen bis 1,1855 bzw. 1,1955/60 erhalten. Die Korrektur hat jedenfalls Bestand, solange an der Unterseite 1,1705 (modifiziert) nicht unterschritten wird.

USD

USD CHF (0,9870)

Immerhin gab es einen Versuch des US-Dollar, die 0,9900er Hürde in Angriff zu nehmen, der jedoch abermals zum Scheitern verurteilt war. Ursächlich hierfür waren wahrscheinlich nicht nur die wie erwartet ausgefallenen US-Konsumentenpreise, sondern möglicherweise auch der Index zum Geschäftsoptimismus kleiner Unternehmen (NFIB), der immerhin den zweithöchsten Stand seit dessen Einführung vor 45 Jahren markierte. Dieser Optimismus schlägt sich auch in den Expansionserwartungen nieder, die gestern einen Rekordwert erreichten. Unterdessen bleibt das Risiko für abermalige korrektive Dollarschwäche in Richtung 0,9730 bestehen. Und dies gilt nach wie vor, solange 0,9900 nicht überwunden werden kann.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Gestern und heute muss das Parlament über insgesamt 15 Änderungsvorschläge zum EU-Austrittsgesetz verhandeln, die vor einiger Zeit im House auf Lords beschlossen und an das Unterhaus zurückgereicht worden waren. Über den wohl wichtigsten Punkt, dass nicht das Kabinett, sondern das Parlament das letzte Wort über den Gesetzentwurf zum Austritt Großbritanniens aus der EU haben soll (das so genannte "meaningful vote amendement"), wurde gestern Abend abgestimmt. Premierministerin Theresa May, die einen derartigen Passus naturgemäß ablehnt, weil dieser ihre Handlungsfähigkeit gegenüber der EU einschränken würde, hat zumindest diese Abstimmung recht deutlich (324 zu 298 Stimmen) für sich entscheiden können. Darüber hinaus gab es gestern auch noch Zahlen zu den durchschnittlichen Wochenlöhnen, die in den drei Monaten bis April mit einem Plus von 2,5 Prozent im Jahresvergleich wie erwartet ausgefallen waren. Zieht man allerdings etwaige Bonuszahlungen von diesem Plus ab, bleiben die Wochenlöhne hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück. Ein kleiner Lichtblick: Die Ansprüche auf Arbeitslosenhilfe sind im Mai (-7.700) überraschend gefallen. Am Ende des Tages zeigte sich das Pfund wieder leicht erholt. Der Euro bewegt sich derzeit in der oberen Hälfte seiner Konsolidierung zwischen 0,8695 und 0,8835.

CHF

EUR CHF (1,1595)

Die aufwärts gerichtete Korrekturbewegung des Euro ist alles andere als überzeugend, zumal wir bereits gestern argwöhnten, dass die 1,1645er Hürde eher beiläufig überschritten worden war. Tatsächlich sehen wir derzeit eine leicht steigende positive Entwicklung für den Euro, die zwischen 1,1550 und 1,1670 verläuft, wobei die Untergrenze etwas anfälliger als das obere Pendant erscheint.

PLN

EUR PLN (4,2820)

Ohne neue ökonomische Erkenntnisse hat sich der Euro gestern etwas befestigen können, ist aber noch davon entfernt, seinem Aufwärtstrend nach Überschreiten von 4,3050 wieder etwas Leben einhauchen können. Solange die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Zloty nicht unter 4,2500 fällt, bleibt diese Chance erhalten.

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