Globale Themen

Schlag auf Schlag

USD

EUR USD (1,1760)

Eigentlich ist es fast schon erstaunlich, wie gelassen nicht nur Devisenhändler, sondern auch die globalen Aktienmärkte auf die am Freitag begonnene erste „Runde“ von Strafzöllen im Handelsstreit zwischen den USA und China reagierten. Dass die USA auf China-Importe im Gegenwert von 34 Milliarden USD eine Steuer von 25 Prozent erheben und China Gleiches mit Gleichem vergelten würde, dürfte den meisten Akteuren ohnehin nur noch ein Achselzucken entlockt haben. Selbst die Aussicht auf eine Erhöhung dieser Volumina um jeweils 16 Milliarden USD in zwei Wochen dürfte längst eingepreist sein. Mittlerweile geht US-Präsident Donald Trump sogar so weit, im Ernstfall weitere Waren im Wert von 500 Mrd. USD an Importen aus China mit Strafzöllen zu belegen, womit dann eine Summe von insgesamt 550 Mrd. USD erreicht wäre. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr haben die USA lediglich Waren im Umfang von 505 Mrd. USD aus China importiert. Vielen Akteuren scheinen diese Zahlen möglicherweise auch viel zu abstrakt, als dass man deren Folgen absehen könnte. Und so scheint es, als dass man sich zwar der Risiken bewusst ist, die ein Handelskrieg mit sich bringen könnte, aber auf der anderen Seite auf ein robustes US-Wachstum vertraut.
Und dass dort das Wachstum robust bleibt, belegen auch die am Freitag veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt, bei denen vor allen die „Nonfarm Payrolls“ (der Zuwachs der Stellen im Nicht Agrarbereich) positiv überraschten, nicht zuletzt, weil auch die Zahlen der beiden Vormonate nach oben korrigiert wurden. Dass der Dollar trotzdem im Anschluss an die Publizierung des Arbeitsmarktberichts in die Knie ging, mag den durchschnittlichen Stundenlöhnen zu verdanken sein, die niedriger als erwartet ausfielen und daher sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr leicht enttäuschten. Allerdings ist nicht damit zu rechnen, dass die US-Notenbank an ihrem Kurs der graduellen Zinserhöhungen wegen dieser leicht verfehlten Prognosen der Ökonomen irgendetwas ändern wird.
Tatsächlich ist es bemerkenswert, dass der Euro nach den Arbeitsmarkdaten noch einmal einen Schub nach oben bekam und diesen Gewinn auch nicht mehr – wie so oft in der Vergangenheit – in der ersten halben Stunde nach Veröffentlichung des Berichts wieder abgab. Diese bereits am Vortag von uns beobachtete Stabilität der Gemeinschaftswährung bekam bereits am Freitagvormittag Unterstützung durch die erheblich besser als prognostiziert ausgefallenen Daten zur deutschen Industrieproduktion. Zum Ende der Woche bewegt sich der Euro folglich in der oberen Hälfte seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1855 und dürfte seine robuste Tendenz beibehalten, solange 1,1620 an der Unterseite nicht verletzt wird.

USD

USD CHF (0,9890)

Druck auf den US-Dollar gab es vor allen Dingen nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts für Juni, vermutlich wegen der nicht so stark wie erwartet ausgefallenen Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne. Dennoch stieß sich der Greenback noch einmal an seiner Unterstützung von 0,9880 zum Handelsschluss ab – unterhalb davon würde der Dollar sein verbleibendes Aufwärtsmomentum vollends verlieren und sich eine Konsolidierungszone zwischen 0,9850 und 0,9980 schaffen.

GBP

EUR GBP (0,8845)

Theresa May hat am Freitag ihr Kabinett auf den Landsitz nach Chequers eingeladen, um ihre Minister von ihrem jüngsten Entwurf zur künftigen Beziehung Großbritanniens mit der EU zu überzeugen und Abweichler aus ihrem Kabinett auf eine gemeinsame Linie einzuschwören. Und das war ihr, trotz schwieriger Ausgangslage, zunächst gelungen. Die britische Regierung strebt demnach unter anderem nach dem Brexit eine Freihandelszone mit der EU an, wonach Großbritannien auch nach dem Austritt eng an den EU-Binnenmarkt gebunden bleiben will. Um eigene Abkommen mit Drittstaaten wie den USA und China schließen zu können, möchte Großbritannien jedoch weiterhin aus der europäischen Zollunion austreten. Allerdings dürfte der neue Plan Großbritanniens in der EU auf Skepsis stoßen – einen Vorgeschmack davon erhielt Theresa May schon am vergangenen Donnerstag, als sie in Berlin ihren neuen Plan vorstellte, der bekanntlich als nicht durchführbar bezeichnet wurde. Dann heute früh in Fernost ein Paukenschlag: Es stellte sich nämlich heraus, dass wohl doch nicht das ganze Kabinett hinter Theresa May stand: Brexit-Minister David Davis und zwei weitere Mitarbeiter des Ministeriums sind zurückgetreten. Heute früh geriet Sterling nach anfänglicher Stärke unter Druck, und der Euro bewegt leicht erholt im Rahmen seines schwachen Aufwärtstrends mit Perspektive bis 0,8950 und Untergrenze bei 0,8770 blieb.

CHF

EUR CHF (1,1615)

Obwohl der Euro am Freitag gegenüber mehreren Währungen zulegen konnte, gelang ihm dies im Verhältnis zum Franken nur wenig überzeugend. Möglicherweise mangels frischer ökonomischer Impulse. Auch die im Juni von umgerechnet 740,9 auf 748,5 Milliarden Franken gestiegenen Währungsreserven der Schweizerischen Nationalbank waren für den Markt unspektakulär. Und so bleibt der Euro in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1475 und 1,1655 und hat tendenziell bessere Chancen, an der Oberseite auszubrechen, solange die gute Unterstützung bei 1,1570 nicht ihren Dienst versagt.

PLN

EUR PLN (4,3470)

Zum Wochenende konnte sich der Euro gegenüber dem Zloty wieder etwas befestigen, bleibt aber in seinem Korrekturmodus, der sich an der Unterseite nach Unterlaufen von 4,3400 wie gehabt in Richtung 4,3160 verstärken kann. Eine Stabilisierung und die Beendigung der Korrekturphase wäre indes nach Überschreiten von 4,3880 gegeben.

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